
Ich habe dir eine Liste zusammengestellt mit den sieben häufigsten Nähfehlern, die einem beim Nähen passieren können und wie du sie vermeidest. Denn gerade am Anfang, wenn man nähen lernt, gibt es so viele Dinge zu beachten, die vor allem in einem Nähkurs oftmals gar nicht oder nur nebenbei erwähnt werden. Dabei sind es manchmal wirklich wichtige Infos, die einem das Leben vor allem als Nähanfänger*in unglaublich erleichtern.
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1. Nähfehler: Du wäschst deinen Stoff nicht vor dem Nähen
Wie du siehst, sind wir noch nicht mal an der Nähmaschine angekommen und schon gibt es eine vermeidbare Fehlerquelle. Jetzt fragst du dich vielleicht, warum es so wichtig ist den Stoff vor dem Nähen zu waschen.
Das hat zwei ganz einfache Gründe: Stoff kann nach dem Waschen einlaufen. Wenn du dein Teil also schon fertig genäht hast und es erst im Nachhinein wäschst, läufst du Gefahr, dass es dir dann zu klein ist. Zusätzlich kann es passieren, dass vor allem dunkle Stoffe beim Waschen noch etwas Farbe verlieren. Damit dein fertiges Kleidungsstück später also nicht mehr in der Waschmaschine abfärbt ist es auch aus diesem Grund sinnvoll den Stoff vor dem Nähen zu waschen.
2. Du hast den „falschen“ Stoff für dein Projekt gewählt
Ein ganz häufiger Fehler vor allem bei Nähanfängern ist die „falsche“ Stoffauswahl. Auch das ist ein Thema, was meiner Meinung nach in den meisten Nähkursen ein bisschen unter den Teppich gekehrt bzw. einfach zu wenig erklärt wird. Aber was meine ich eigentlich mit der falschen Stoffauswahl?
Grundsätzlich solltest du wissen, dass es dehnbare und nicht dehnbare Stoffe gibt. T-Shirts sind IMMER aus dehnbarem Material, da es sonst viel zu eng wäre oder du auch gar nicht erst hinein kommen würdest. Andersrum ist ein dehnbarer Stoff für ein Hemd oder eine Bluse absolut ungeeignet. Hierfür würdest du immer nicht dehnbare Stoffe verwenden. In der Regel steht in jeder Anleitung genau beschrieben, welcher Stoff für das Kleidungsstück empfohlen wird. Ich weiß aber, dass das am Anfang ganz schön verwirrend sein kann, daher ist die grobe Unterscheidung in dehnbar und nicht dehnbar schon ein sehr guter Anfang.
3. Nähfehler: Du hast den Fadenlauf beim Zuschnitt missachtet
Fadenlauf? Was war das nochmal? Der Fadenlauf ist auf jedem Schnittteil im Schnittmuster als langer Pfeil eingezeichnet. Dieser muss beim Zuschneiden IMMER parallel zu den Webkanten ausgerichtet sein.
Der Fadenlauf (kurz FDL) zeigt an, in welche Richtig der Stoff die größte Stabilität hat. Wenn du also beim Zuschnitt dein Schnittteil willkürlich auf dem Stoff platzierst und der Fadenlauf im schlimmsten Fall komplett schräg liegt, läufst du Gefahr, dass sich deine Nähte später verziehen. Außerdem kann es passieren, dass dein Kleidungsstück am Ende unterschiedlich lang ist und das alles nur, weil du am Anfang die Richtung des Pfeils missachtet hast.
Unser Tipp: Kontrolliere VOR dem Zuschneiden nochmal alle Markierungen auf deinem Schnittmuster und ganz besonders den Fadenlauf.
4. Du hast dein Schnittteil nicht im Bruch zugeschnitten
Viele Schnittteile, wie zum Beispiel Oberteile werden oftmals „im Bruch“ zugeschnitten. Aber was genau bedeutet das eigentlich und warum macht man das so?
Schnittteile, die über die vordere oder hintere Mitte gespiegelt werden können, werden genau an dieser Linie nur zur Hälfte dargestellt. Das hat viele Vorteile. Zum einen spart das Platz und Papier für das Schnittmuster, zum anderen lässt sich dadurch das Schnittteil viel schneller und effektiver Zuschneiden. Allerdings gibt es beim Zuschnitt im Bruch einiges zu beachten. Damit du am Ende auch wirklich ein komplettes Schnittteil (und nicht nur die Hälfte) erhältst.
5. Du hast die Nahtzugabe beim Zuschnitt vergessen
Wie du siehst, sind wir immer noch beim Zuschnitt, denn auch hier können viele Fehler passieren, die wir natürlich schon vor dem Nähen verhindern wollen. In diesem Punkt geht es um die Nahtzugabe (kurz NZG).
Was war das jetzt nochmal? Die Nahtzugabe ist wie der Name schon sagt eine Zugabe, die wir unserem Schnittteil vor dem Nähen hinzugeben müssen, damit wir überhaupt „Platz haben“, um zu nähen. Würdest du nämlich dein Teil ohne diese Nahtzugabe zusammen nähen, fehlt dir später bei deinem fertigen Teil überall, wo eine Naht ist 1 cm. Im schlimmsten Fall, wäre dein fertiges Kleidungsstück dann also zu eng. Ärgerlich, aber leider ein Fehler von dem ich in meiner Facebook-Gruppe immer wieder lese.
6. Du hast deine Naht am Anfang und am Ende nicht verriegelt
So, nun sind wir aber endlich an der Nähmaschine angekommen und auch hier gibt es einige Fehlerquellen, die du als Nähanfänger*in vermeiden kannst. Einer der häufigsten Fehler, wenn man nähen lernt, ist dass man vergisst die Naht am Anfang und am Ende zu sichern. Wenn du deine Nähte nicht durch ein paar Rückwärts-Stiche verriegelst, kann es ganz leicht passieren, dass dir deine zuvor genähte Naht wieder auf geht.
Ups! Aber warum ist das so? Vor allem, wenn du einen Geradstich verwendest bleiben deine Fadenenden am Anfang und Ende der Naht locker hängen.
Wenn du jetzt deine beiden Stofflagen am Nahtanfang bzw. -ende auseinander ziehst, wirst du merken, dass sich die Naht sehr einfach löst. Deine Fadenenden rutschen aus deiner Naht heraus und die Naht geht auf. Ärgerlich! Um das zu Verhindern, solltest du deine Naht immer am Anfang und am Ende Verriegeln.
7. Nähfehler: Du hast den falschen Stich für deinen Stoff gewählt
Der absolute Standardstich und auch der einfachste Stich beim Nähen, ist der Geradstich. Aber so schön und einfach dieser Stich auch ist, so ist er leider nicht für alle Stoffarten geeignet. Insbesondere, wenn du dehnbare Stoffe, wie z.B. Jersey verarbeiten möchtest.
Diesen Fehler habe ich auch am Anfang gemacht und musste dann leider sehr schnell feststellen, dass ein Geradstich einfach überhaupt nicht elastisch ist und beim Ziehen am Jersey Stoff sehr leicht reißt und die Nähte somit auf gehen. Das ist ärgerlich, lässt sich aber ganz leicht verhindern.
Einfache Faustregel: wenn du dehnbare Stoffe vernähst, solltest du auch immer einen dehnbaren Stich verwenden. Der zweiteinfachste Stich, nach dem Geradstich, ist der Zickzack-Stich. Der große Vorteil beim Zickzack-Stich ist, dass er dehnbar ist und er ist auch an jeder Haushaltsnähmaschine zu finden. Am besten testest du vorher an einem kleinen Stoffrest, welche Einstellungen für deinen Stoff am besten geeignet sind. Bei einem Zickzack-Stich kannst du sowohl die Stichlänge, als auch die Stichbreite verstellen. Beides sollte in einem guten Gleichgewicht stehen, damit du ein schönes Ergebnis erzielst.
Und dann kann eigentlich auch gar nichts mehr schief gehen, wenn du beim nächsten Mal dehnbare Stoffe nähst. Neben dem Zickzack-Stich gibt es natürlich noch weitere Stiche, die sich für das Nähen von dehnbaren Stoffen eignen. Hier ist eine komplette Übersicht, welche Stiche und Einstellungen auf der Nähmaschine sich für Jersey eignen. Schau am besten auch in der Bedienungsanleitung nach, welche Stiche deine Haushaltsnähmaschine für Jersey zu bieten hat.
Puh, das waren für den Anfang ganz schön viele Dinge, die man beim Nähen lernen beachten muss. Aber keine Sorge, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.
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Eine Antwort
Danke für diese tolle Zusammenstellung, auch wenn es peinlich ist, zuzugeben, dass ich wohl doch auch noch einmal einen Nähkurs besuchen könnte, auch wenn ich schon vor einer ganzen Weile nähen lernen durfte.